Hunde im Winter – Pfotenschutz, Pflege & warme Mäntel
30. Okt. 2026 · @stephanie koch
Wenn der Wind an der Elbe kälter wird
Es gibt diese Wintermorgen, an denen der Sand gefroren knirscht, die Elbe dampft und unsere Hunde trotzdem strahlend vor Glück über den Strand fegen. Ich liebe diese Tage – und ich weiß nach vielen Jahren mit dem Strandrudel auch, was sie unseren Vierbeinern abverlangen.
Kälte, Nässe, Streusalz und lange Dunkelheit sind für Hundepfoten und Hundekörper eine echte Herausforderung. Mit ein paar kleinen Ritualen und den richtigen Begleitern kommt ihr aber wunderbar durch die kalte Jahreszeit. In diesem Beitrag teile ich mit euch, was sich bei uns im Rudel wirklich bewährt hat.
Pfotenschutz: Schutz vor Salz, Splitt und Eis
Die Pfoten tragen unsere Hunde durch jeden Spaziergang – im Winter haben sie es besonders schwer. Streusalz trocknet die Ballen aus und kann in kleinen Rissen richtig brennen. Scharfkantiger Splitt und verharschter Schnee sorgen für Schnittverletzungen, und zwischen den Zehen bilden sich schnell schmerzhafte Eisklümpchen.
So schützt ihr die Pfoten vor dem Spaziergang:
- Pfotenbalsam auftragen: Eine dünne Schicht Hirschtalg, Melkfett oder ein natürlicher Pfotenbalsam mit Bienenwachs legt sich wie ein Schutzfilm über die Ballen. Gut einmassieren, damit euer Hund nicht alles gleich wieder ableckt.
- Fell zwischen den Ballen kürzen: Bei langhaarigen Hunden setzt sich dort besonders gern Eis fest. Mit einer abgerundeten Schere vorsichtig kürzen – oder beim Hundefriseur machen lassen.
- Gestreute Wege meiden: Wo es geht, lieber über Wiesen, Waldwege oder den Strand laufen. Unsere Hunde danken es uns jeden Tag.
- Hundeschuhe für empfindliche Pfoten: Für Hunde mit rissigen Ballen, Senioren oder sehr lange Stadtrunden können Pfotenschuhe eine echte Hilfe sein. Lasst euren Hund sich in Ruhe zu Hause daran gewöhnen – die ersten Schritte sehen meist herrlich komisch aus.
Pfotenpflege nach dem Spaziergang: unser kleines Ritual
Bei uns gehört die Pfotenpflege nach jedem Winterspaziergang einfach dazu. Viele Hunde genießen diese ruhigen Minuten sogar richtig – vor allem, wenn es danach ein Leckerli gibt.
- Lauwarm abspülen: Pfoten in einer Schüssel mit lauwarmem (nicht heißem!) Wasser oder mit einem feuchten Lappen von Salz und Schmutz befreien.
- Gründlich trocknen: Besonders zwischen den Zehen, denn dort entstehen bei Feuchtigkeit gern Entzündungen.
- Genau hinschauen: Gibt es kleine Risse, Rötungen oder einen Splitter? Leckt euer Hund auffällig oft an einer Pfote, lohnt sich ein zweiter Blick.
- Pflegen: Am Abend noch einmal etwas Pfotenbalsam einmassieren – so können die Ballen über Nacht regenerieren.
- Krallen im Blick behalten: Im Winter laufen Hunde oft auf weicherem Untergrund, dadurch nutzen sich die Krallen weniger ab. Zu lange Krallen verändern die Haltung der Pfote.
Kleiner Tipp aus der Praxis: Ein Handtuch und eine Schüssel direkt an der Haustür sparen euch und eurem Hund viel Rennerei – und eurem Fußboden viele Salzränder.
Hundemäntel: kuschelig warm statt zitternd
„Braucht ein Hund wirklich einen Mantel?“ Diese Frage höre ich jeden Herbst. Meine ehrliche Antwort: nicht jeder – aber viele mehr, als man denkt.
Diese Hunde freuen sich über einen Mantel:
- Hunde mit kurzem Fell oder ohne wärmende Unterwolle, zum Beispiel Windhunde, Whippets, Dobermänner oder Magyar Vizslas
- Kleine Hunde und Hunde mit kurzen Beinen, deren Bauch nah am kalten Boden ist – wie Dackel oder Französische Bulldoggen
- Senioren, Welpen und Hunde mit Gelenkproblemen
- Frisch geschorene Hunde und Hunde, die beim Spaziergang eher gemütlich unterwegs sind
Ein Huskie oder ein dicht bepelzter Hütehund braucht dagegen meist keinen. Achtet auf euren Hund: Zittert er, zieht er den Rücken hoch oder will er schnell nach Hause, friert er.
Worauf ihr beim Kauf achten solltet:
- Wasserabweisendes, winddichtes Material mit warmem Futter
- Bauch und Brust gut bedeckt, Beine und Rute bewegungsfrei
- Eine Öffnung für Halsband oder Geschirr
- Reflektierende Details für die dunklen Nachmittage
- Die richtige Größe: Rückenlänge vom Halsansatz bis zum Rutenansatz messen, dazu Brust- und Halsumfang
Unser Liebling: Cloud7
Wenn ihr mich fragt, welche Wintermäntel mich seit Jahren überzeugen, dann sind es die von Cloud7. Sie sind schlicht, zeitlos schön und halten, was sie versprechen.
Der Klassiker ist der Brooklyn. Er wurde für sein minimalistisches Design mehrfach ausgezeichnet und ist stark wasserabweisend und winddicht (Cloud7). Es gibt ihn in 10 Größen, vom Chihuahua bis zum Rhodesian Ridgeback (Cloud7).
Besonders schön finde ich, dass Cloud7 an die unterschiedlichen Körperformen denkt:
| Modell | Für wen | Besonderheit | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|
| Brooklyn Tweed Beige | kleine bis große Hunde | klassischer Wintermantel mit Rollkragen | 120 € |
| Brooklyn Long Flannel Fern Green | Hunde mit längerem Rücken | längerer Schnitt | 130 € |
| Dackel Brooklyn Flannel Fern Green | Dackel | Reißverschluss oben, Halsband und Geschirr gut erreichbar | 120 € |
| Dackel Brooklyn Reflective | Dackel | aus reflektierendem Stoff | – |
| Windhund Alaska Sandy Brown | Windhunde | gesteppter, wattierter Mantel | – |
Preise laut Cloud7-Webseite, Stand Oktober 2026.
Ein guter Mantel ist eine Investition. Dafür begleitet er euren Hund viele Winter lang – und sieht dabei einfach wunderschön aus.
Was im Winter sonst noch wichtig
- Gut sichtbar bleiben: Ab Nachmittag wird es dunkel. Ein Leuchthalsband, ein reflektierendes Geschirr oder ein kleines Blinklicht machen euren Hund für Autos und Radfahrer sichtbar – und für euch, wenn er auf der Wiese tobt.
- Kein Schnee als Snack: Viele Hunde fressen begeistert Schnee. Größere Mengen können aber Magen-Darm-Probleme auslösen, Tierärzte sprechen von Schneegastritis. Lieber ein Spielzeug werfen als Schneebälle.
- Vorsicht auf dem Eis: Zugefrorene Teiche und Seen sehen verlockend aus, tragen aber oft nicht. Haltet euren Hund dort an der Leine.
- Frostschutzmittel wegräumen: Es schmeckt süßlich und ist für Hunde hochgiftig. Pfützen in Garagen und auf Parkplätzen sofort aufwischen.
- In Bewegung bleiben: Lieber mehrere kürzere Runden mit viel Bewegung als lange Stehpausen in der Kälte. Suchspiele und Denkaufgaben bringen an grauen Tagen auch drinnen Abwechslung.
- Futter anpassen: Sehr aktive Draußen-Hunde brauchen im Winter manchmal etwas mehr Energie, gemütliche Sofahunde eher weniger. Beobachtet das Gewicht und sprecht im Zweifel mit eurer Tierärztin.
- Trockene Heizungsluft: Ein kuscheliges Bett abseits der Heizung und frisches Wasser tun Haut und Fell gut.
Eure Winter-Checkliste
- Pfotenbalsam oder Hirschtalg im Haus
- Fell zwischen den Ballen gekürzt
- Handtuch und Schüssel an der Haustür
- Passender, warmer Hundemantel – falls euer Hund friert
- Leuchthalsband oder Reflektoren
- Frostschutzmittel sicher verstaut
Von Herzen: Genießt den Winter mit eurem Hund
Der Winter hat seinen ganz eigenen Zauber: klare Luft, glitzernder Raureif und nasse Hundenasen, die man danach zu Hause ins warme Handtuch kuschelt. Mit ein bisschen Pflege und Aufmerksamkeit wird die kalte Jahreszeit für eure Hunde genauso schön wie für euch.
Wir vom Strandrudel freuen uns auf viele gemeinsame Winterrunden – mit warmen Mänteln, gepflegten Pfoten und ganz viel Freude.
Herzliche Grüße von der Elbe, eure Steffi und das Strandrudel